













06.06.2018 Hebbel am Ufer (HAU 2), Performing Arts Festival
17.11./18.11.2017 Münchner Kammerspiele, Munich
In der Oper Manon Lescaut muss die Titelfigur für ihr unmoralisches Verhalten mit dem Tod bezahlen. Unfähig, sich zwischen Luxus und Liebe zu entscheiden, verdurstet sie in der Wüste. Doch was würde passieren, wenn Manon ihre Geschichte aus eigener Perspektive erzählen könnte? Die Performance Manon Lescaut fokussiert sich auf ein Fragment der Sterbe-Arie Sola Perduta Abbandonata, wobei die Künstlerin jedes einzelne Instrument des Orchesters durch ihre eigene Stimme ersetzt. Diese Stimme wird während der Performance in einem Loop über 12 Lautsprecher abgespielt, die in einem Halbkreis um den Raum angeordnet sind. Im Einklang mit ihrem „Selbst-Orchester“ läuft die Künstlerin langsam im Kreis, entgegen dem Uhrzeigersinn, und singt 60 Minuten lang die Arie, während sie zwei Wasserkanister trägt, die sich im Verlauf der Stunde tropfend leeren. Im Hintergrund ist ein Video zu sehen, das sie von hinten zeigt, wie sie in der kalifornischen Wüste läuft, ähnlich wie Manon im letzten Akt der Oper. Diese Inszenierung schafft einen vielschichtigen akustischen Raum, in dem ein tragisches Selbstgespräch stattfindet. Die verschiedenen Stimmen der Aufnahme und der Live-Gesang überlagern sich, wodurch ein intensives akustisches Verhältnis entsteht. Die Aussage „non voglio morir“ (ich möchte nicht sterben) wird hier zu einem kraftvollen Ausdruck des Lebenswillens. Es entsteht ein chorisches „Ich“, das gegen den Tod ankämpft. Manon widersetzt sich der Zeit und verweigert sich dem opernüblichen Narrativ des weiblichen, fetischisierten Todes auf der Bühne. Sie reflektiert die Möglichkeiten einer weiblichen und menschlichen Existenz – sowohl im Theater als auch in der Wüste.
Regie, Dramaturgie und Performance: Lulu Obermayer
Technische Leitung und Sound: Michele Piazzi
Video: Vasco Cesaretti
Schnitt: Elena Betros
Produktionsleitung: Rat&Tat Kulturbuero
Debütförderung Tanz der Stadt München
Imprint














06.06.2018 Hebbel am Ufer (HAU 2), Performing Arts Festival
17.11./18.11.2017 Münchner Kammerspiele, Munich
In der Oper Manon Lescaut muss die Titelfigur für ihr unmoralisches Verhalten mit dem Tod bezahlen. Unfähig, sich zwischen Luxus und Liebe zu entscheiden, verdurstet sie in der Wüste. Doch was würde passieren, wenn Manon ihre Geschichte aus eigener Perspektive erzählen könnte? Die Performance Manon Lescaut fokussiert sich auf ein Fragment der Sterbe-Arie Sola Perduta Abbandonata, wobei die Künstlerin jedes einzelne Instrument des Orchesters durch ihre eigene Stimme ersetzt. Diese Stimme wird während der Performance in einem Loop über 12 Lautsprecher abgespielt, die in einem Halbkreis um den Raum angeordnet sind. Im Einklang mit ihrem „Selbst-Orchester“ läuft die Künstlerin langsam im Kreis, entgegen dem Uhrzeigersinn, und singt 60 Minuten lang die Arie, während sie zwei Wasserkanister trägt, die sich im Verlauf der Stunde tropfend leeren. Im Hintergrund ist ein Video zu sehen, das sie von hinten zeigt, wie sie in der kalifornischen Wüste läuft, ähnlich wie Manon im letzten Akt der Oper. Diese Inszenierung schafft einen vielschichtigen akustischen Raum, in dem ein tragisches Selbstgespräch stattfindet. Die verschiedenen Stimmen der Aufnahme und der Live-Gesang überlagern sich, wodurch ein intensives akustisches Verhältnis entsteht. Die Aussage „non voglio morir“ (ich möchte nicht sterben) wird hier zu einem kraftvollen Ausdruck des Lebenswillens. Es entsteht ein chorisches „Ich“, das gegen den Tod ankämpft. Manon widersetzt sich der Zeit und verweigert sich dem opernüblichen Narrativ des weiblichen, fetischisierten Todes auf der Bühne. Sie reflektiert die Möglichkeiten einer weiblichen und menschlichen Existenz – sowohl im Theater als auch in der Wüste.
Regie, Dramaturgie und Performance: Lulu Obermayer
Technische Leitung und Sound: Michele Piazzi
Video: Vasco Cesaretti
Schnitt: Elena Betros
Produktionsleitung: Rat&Tat Kulturbuero
Debütförderung Tanz der Stadt München
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